Zukunftsvisionen auf der Re:publica 2026

25. Mai 20261 Minuten Lesezeit
Zukunftsvisionen auf der Re:publica 2026

Drei Tage lang füllte sich unser Tisch im GIG-Makerspace auf der re:publica mit Visionen. 150 Modelle aus Wachs, Bambus und Stonepaper entstanden, die Höhepunkte zeigen wir in der Galerie.

Unser Solarpunk Studio funktionierte über alle Erwartung hinaus: Wer kam, baute mit Beenius oder mit Recyclingmaterial. Wir digitalisierten die Modelle, gaben Kontext dazu, und Sekunden später erschien die Idee als lebendige Solarpunk-Szenerie auf der Wall.

Das Ziel war machbare, regenerative Architektur aus dem Hier und Heute. Der Kernmoment war die Verwandlung: Die eigene Handarbeit wurde binnen 60 Sekunden zu einer glaubwürdigen Welt.

Solarpunk Studio auf der re:publica
Solarpunk Studio im Makerspace
Modell wird zur Szenerie

Das Prinzip

Wer an den Tisch kam, baute. Mit Beenius, mit Infinity Stonepaper, mit Flaschenkappen, Strohhalmen, Bambusstäben. Manche mit Plan, viele einfach drauflos. Wir fotografierten das Modell, schickten es in die App, ein paar Worte zur Idee, ein Ort, eine Geschichte. Sekunden später erschien das Modell auf der Wall: dieselbe Struktur, jetzt eingebettet in eine Solarpunk-Szenerie, mit Menschen, mit Licht, mit Atmosphäre.

Material am Tisch
Menschliche Kreativität am Werk
Der Prozess am Tisch

Bewusst nah an der Gegenwart. Architektur, Landschaft und Gemeinschaft, die sich aus dem Hier und Heute entwickeln lassen: regenerativ, machbar, glaubwürdig. Schichtpflanzungen statt Rasenflächen. Bambus statt Stahl, wo es geht. Vielfältige Gemeinschaften, warmes Licht, echte Materialien.

Die umgekehrte Reihenfolge

In den meisten KI-Bildwelten beginnt alles mit einem Prompt. Ein Mensch tippt einen Satz, die Maschine erzeugt daraus ein Bild. Was dabei herauskommt, ist im Kern der Durchschnitt aus allem, was das Modell je gesehen hat. Hübsch, oft beeindruckend, und weit weg von dem Menschen, der den Satz geschrieben hat.

Visualisierung aus dem Solarpunk Studio
Modellbau mit Wachs und Bambus

Im Solarpunk Studio läuft es andersherum. Erst analog, erst Material, erst die eigene Idee in einer Form, die jemand mit den Fingern gedrückt hat. Dann erst die KI. Sie übersetzt, und die Idee bleibt menschlich.

Das ist eine substanzielle Frage, mehr als eine ästhetische. Beginnt Kreativität bei der Maschine, bewegt sich das gemeinsame Niveau auf das zu, was die Maschine kann. Drehen wir die Reihenfolge um und nutzen KI als Verstärker für menschliche Ideen, wächst es. Genau dieser Unterschied war auf der re:publica in jedem Moment spürbar, in dem jemand vor der eigenen Vision auf der Wall stand.

Was uns überrascht hat

Die Bauqualität stieg, sobald die Leute wussten, dass ihr Modell Teil einer Solarpunk-Welt wird. Was sollte es geben? Was könnte ich erfinden? Was fehlt? Der Rahmen hat den Anspruch gehoben, ganz von allein.

Stadtplanung am Modelltisch
Kreative Vielfalt der Entwürfe
Gestaltung für alle zugänglich

Besonders Menschen aus Stadtplanung, Zukunftswerkstätten und partizipativen Prozessen blieben am Tisch stehen. Eine Stadtplanerin erzählte, in ihren Beteiligungsformaten kämpfe sie seit Jahren darum, dass die Leute sich etwas trauen. Hier traut sich jeder, weil das Material verzeiht und weil am Ende etwas Schönes entsteht, das ernst genommen wird. Wachs lädt alle ein: Kinder, Erwachsene und Menschen, die sich bisher als wenig kreativ verstanden haben.

Beteiligung am Modelltisch
Entwürfe aus dem Studio

So reichten die Entwürfe von lustigen Bambuspyramiden, die durchs Weltall fliegen, bis zu Ecobility, einem futuristischen Mobilitätskonzept mit neuer Busform, modularen Elementen, öffentlichen Begegnungsräumen und Pflanzen an Bord.

Beenius und Infinity Stonepaper sind Werkzeuge, um Zukunft mitzubestimmen. Sie machen Gestaltung demokratisch. Sie senken die Schwelle so weit, dass alle mitmachen können, und heben zugleich den Anspruch, weil das, was am Tisch entsteht, ernst genommen wird.

Drehen wir die Reihenfolge um und nutzen KI als Verstärker für menschliche Ideen, wächst das gemeinsame kreative Niveau. Die Idee bleibt menschlich.

Weitere Kontexte

Der erste Prototyp war bewusst offen gehalten. Seine volle Wirkung entfaltet das System durch die Anpassung an den jeweiligen Kontext. Wir sehen unter anderem diese Einsatzbereiche:

Modell im Kontext
Zukunftswerkstatt in Aktion
  • Stadtentwicklung und Quartiersarbeit: Wer im Quartier wohnt, gestaltet Plätze oder Straßen direkt mit Wachs und erlebt sofort eine realistische Visualisierung der eigenen Ideen, weit über Post-its auf Karten hinaus.
  • Schulen und Bildungseinrichtungen: Die Klasse entwirft Pausenhöfe oder Lernorte. Die Verbindung von Handarbeit und KI-Architektur schafft eine Identifikation mit dem Lernort, die klassische Gremien selten erreichen. Hier greifen unsere PLAYtoGROW-Methode und Permakultur-Prinzipien ineinander.
  • Unternehmen und Organisationen: Teams modellieren regenerative Wandlungen ihres Campus haptisch statt per Folie. Wer das eigene Gelände als essbares Ökosystem vor sich sieht, entwickelt einen neuen Blick auf die Machbarkeit.
  • Ländliche Gemeinden: Für Dörfer im Strukturwandel öffnet das Studio einen barrierefreien Zugang zu Beteiligung, kulturell und sprachlich dort ankommend, wo klassische Formate an ihre Grenzen stoßen.

Die komplette Galerie der re:publica-Visionen

Alle 50 Zukunftskunstwerke und haptischen Modelle stehen in unserer Sammlungs-Übersicht.

Zur Galerie

Wir sind Teil vom Global Innovation Gathering

Global Innovation Gathering auf der re:publica

Das Global Innovation Gathering (GIG) ist ein vielfältiges, globales Netzwerk von Innovation-Hubs, Makerspaces und Graswurzel-Innovatoren aus über 55 Ländern mit einem Schwerpunkt im Globalen Süden. GIG fördert Projekte, die durch offene Technologien und gemeinschaftsbasierte Prozesse regenerative Lebensweisen direkt in den Communities ermöglichen: etwa die Make-A-Thek, die Bibliotheken in zirkuläre Makerspaces verwandelt, quelloffene Geräte zur Bodenanalyse oder lokale Open-Hardware-Lösungen aus den Ländern der globalen Mehrheit.

Das Netzwerk verdient Unterstützung, weil es niedrigschwellige, oft quelloffene Werkzeuge und Wissen schafft: konkrete, zukunftsweisende Lösungen, die in Europa oft erst Jahre später diskutiert werden. Globale Zusammenarbeit und offener Wissensaustausch machen so eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft möglich.

Die Werkzeuge dazu

Beenius und Infinity Stonepaper könnt Ihr in Euer Team, Euer Unternehmen oder Eure Bildungseinrichtung holen: modulare Systeme für gemeinsame Gestaltung, haptische Zusammenarbeit und Ideen, die sich immer wieder neu schreiben lassen.

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