Neue Paketverordnung: Warum wir nicht mehr innerhalb der EU versenden

8. September 20261 Minuten Lesezeit
Neue Paketverordnung: Warum wir nicht mehr innerhalb der EU versenden

Seit dem 12. August 2026 gilt die neue EU-Verpackungsverordnung, die PPWR. Sie will weniger Verpackungsmüll. Das wollen wir auch. Was sie dafür verlangt, trifft ausgerechnet die, die am wenigsten Müll machen.

Was die Verordnung verlangt

Wer ein Paket an einen Menschen in einem anderen EU-Land schickt, muss sich dort registrieren, sich am dortigen Rücknahmesystem beteiligen und einen Bevollmächtigten vor Ort benennen. Für jedes Land einzeln. Ab dem ersten Paket. Eine Untergrenze für kleine Mengen sieht die Verordnung nicht vor (Artikel 45 Absatz 3). Der Händlerbund rechnet mit mehreren hundert Euro je Land und Jahr, gleich ob ein Paket im Jahr verschickt wird oder tausend.

Was das für uns heißt

26 Registrierungen. 26 Bevollmächtigte. 26 Jahresgebühren. Unser Versandpartner, die Christophorus Inklusionswerkstätten in Fürstenwalde, hat sich deshalb entschlossen, nicht mehr innerhalb der Europäischen Union zu versenden. 

Also liefern wir ab sofort nach Deutschland, in die Schweiz, nach Norwegen und ins Vereinigte Königreich. Drei Länder außerhalb der EU, in die wir weiter liefern dürfen, während Österreich ausfällt. Das ist der Stand des Binnenmarkts im Jahr 2026.

Warum wir das für einen Fehler halten

Eine Verordnung gegen Verpackungsmüll stoppt an der Grenze ein Blatt, das über Jahre Hunderte Einwegblätter ersetzt. Sie verlangt von einer Werkstatt in Brandenburg dieselben 26 Bevollmächtigten wie von einem Konzern mit eigener Rechtsabteilung, und der Konzern zahlt das aus der Portokasse.

Große Plattformen kaufen sich die Erfüllung ein. Kleine Betriebe hören auf. Übrig bleibt weniger Vielfalt und mehr von dem, was ohnehin überall zu haben ist. Am Verpackungsmüll ändert das wenig, am Binnenmarkt viel.

Das Ziel der Verordnung teilen wir. Ein einziges Register für die ganze EU und eine Schwelle für kleine Mengen hätten dasselbe erreicht, statt 27 neue Grenzen zu ziehen.

Was Ihr tun könnt

  • Wenn Ihr in der EU außerhalb Deutschlands wohnt: Lasst an eine Adresse in Deutschland liefern, an Freunde, Verwandte, ein Büro.
  • Schulen und Einrichtungen in der EU: Schreibt uns. Für größere Ausstattungen suchen wir einen Weg über Partner vor Ort.
  • Wenn Ihr in Brüssel jemanden kennt: Die Kommission hat für Herbst 2026 eine Überprüfung der erweiterten Herstellerverantwortung angekündigt. Eine Registrierung für die ganze EU, eine Untergrenze für kleine Mengen, und dieser Text wäre überflüssig. Wir freuen uns darauf, ihn zu löschen.

Stand: 8. September 2026. Sobald sich die Rechtslage ändert oder wir einen tragfähigen Weg über Partner gefunden haben, öffnen wir den Versand in die EU sofort wieder.

Ausstattung für viele